Wir über uns
Zur Arbeit der edition zenon
Eckhart Zinzius
Als ich in den 1980er Jahren in eine tiefe Lebenskrise kam, war ich Mitte dreißig. Ich hatte Mathematik studiert und promoviert. Danach arbeitete ich als Lehrer. Schon einige Jahre zuvor war mir der Boden unter den Füßen weggebrochen. Weder Familie, Frauen noch soziale Bindungen, weder Religion noch Wissenschaft hatten mir Halt geben können. Ich hatte keine Orientierung mehr, etwas Grundsätzliches stimmte nicht mit mir. Wie mir gesagt wurde, war ich nicht derjenige, für den ich mich hielt. Suche war zur Sucht geworden, ich war im Äußeren isoliert und im Inneren von mir abgeschnitten. Ich war in Gefahr.
Ich zog eine Notbremse und ließ mich beurlauben. Sehr schnell sah ich, dass ich mich mit meiner Geschichte und meinem Herkommen beschäftigen musste. In dieser Zeit begann ich zu meditieren. Das Motiv: Sollte mein weiteres Leben weiterhin schief verlaufen, wollte ich mir später nicht vorwerfen müssen, dass ich nicht mein Möglichstes getan hätte. Damals zog ich aufs Land und arbeitete immer wieder in der biologischen Landwirtschaft. Nachdem ich meine Geschichte aufgearbeitet hatte, regelte ich meine Familienverhältnisse. Daraufhin versiegte die Quelle der Schädigungen in meinem Leben. Ich hatte eine eigene, belastbare Identität gefunden und bekam wieder festen Boden unter die Füße. Neugierde und Lebensfreude kamen zurück.
Ich begann wieder zu forschen. Frei und unabhängig ging ich den Themen nach, die mich interessierten, angefangen vom allgegenwärtigen Geflecht des Gebens und Nehmens, über Denkfallen, nachhaltige Entwicklung im Einklang mit dem Universum und seinen Mustern bis hin zur Rolle von Herausforderungen im evolutionären Geschehen. Diese Themen ergaben sich im Verlauf einer jetzt 35 Jahre dauernden Forschung vom Ausgangspunkt ausgehend in natürlicher Weise. Und: Ich wurde fündig.

Ich muss eine glückliche Hand gehabt haben, denn die die Ansätze, die ich benutzte und die Ergebnisse, zu denen ich kam, gaben mir nicht nur eine verlässliche Orientierung. Sie machten mir auch klar, dass ich in meiner Lebenskrise die Entscheidungen getroffen hatte, die mir erlaubten, Blockaden und Niedergang zu überwinden. Sie gaben mir die Mittel zur Weiterentwicklung und vermittelten mir das Verständnis, dass Schwierigkeiten in ein Mittel der Entwicklung umgewandelt werden können — wenn man sich stellt.
Was ich damals für mich in die Wege leitete, steht, so scheint es mir, heute für uns alle an. In einer Zeit, in der die Menschheit sich hartnäckig und wider besseres Wissen nötigen Veränderungen verweigert und den Boden unter den Füßen verliert, stehen wir alle vor einem großen Problem: Wie bewahrt man Selbstachtung und Integrität? Wie gibt man sich die besten Chancen?
Meine Forschungen sind wissenschaftlicher Art und geben deshalb wissenschaftlich fundierte Antworten, doch ihre eigentliche Bedeutung liegt dialektisch in ihrer Umsetzung.
Michael Senft
Es ist schon ein paar Jahre her, als mich Eckhart Zinzius mit seiner Idee für dieses Projekt begeistert hat. Bei der Entwicklung gab es Höhen und Tiefen, auch jetzt noch. Letztendlich bin ich als Programmierer der Software durch diese Aufgabe gewachsen. Ich widme meinen Beitrag zu diesem Projekt meiner Familie, im Besonderen meinen Kindern, damit sie in einer immer komplexeren Umgebung die richtigen Entscheidungen treffen können.

